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Chronische Schmerzen

Deutsche Ärzte knausern bei Schmerzmitteln

Jeder vierte Deutsche über 14 Jahre klagt über chronischen Schmerzen, so das Ergebnis einer Exklusiv-Umfrage der Apotheken Umschau. Mit kombinierten Therapien könnte vielen geholfen werden

Schmerz warnt vor Gefahren und Krankheiten, motiviert uns, zum Arzt zu gehen und verhindert so Schlimmeres.

Doch für viele Patienten hat der Schmerz seine Warnfunktion verloren. Er ist selbst zur Krankheit geworden. 15,4 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen – das hat eine Umfrage der Umfrage der GfK im Auftrag der Zeitschrift Apotheken Umschau ergeben. Ständig wiederkehrende Schmerzen beeiträchtigen die tägliche Arbeit ebenso wie Hobbys und Freizeitaktivitäten.

Wer ständig Schmerzen hat, die er selbst auf einer Zehnerskala mit einem Wert über 5 einstuft, gilt als Schmerzpatient; ebenso wer oft in seinen Alltagsaktivitäten deutlich eingeschränkt ist.

Deutsche Ärzte knausern bei Schmerzmitteln

Dass deutsche Schmerzpatienten oft unnötig leiden, zeigt ein Blick in die Statistik: Deutsche Ärzte verordnen bedeutend seltener starke Schmerzmittel (Opioide) als ihre Kollegen in anderen europäischen Ländern.

"Nur einer von zehn Patienten, die Opioide brauchen, bekommt sie auch verordnet" schätzt Professor Michael Zenz, Leiter der Klinik für Anaesthesiologie, Intensiv- und Schmerztherapie an der Berufsgenossenschaftlichen Klinik Bergmannsheil in Bochum. Gründe, Opioide nicht zu verordnen, sind im Urteil des Experten nur Ausreden.

Zahlreiche Studien zeigen, dass die zur Schmerzlinderung eingesetzten Zubereitungen keine Abhängigkeit auslösen.

Professor Lehmann bringt das Problem auf den Punkt: "Bis zu 95 Prozent der Tumorpatienten müssten bis an ihr Lebensende keine Schmerzen leiden. Erreicht wird das aber nur bei etwa 15 Prozent."

Unzureichende Therapie lässt Schmerzen chronisch werden

Unzureichende Schmerztherapie lässt Patienten nicht nur unnötig leiden, sie verkleinert auch die Chance, dass die Schmerzen wieder verschwinden. Unbehandelter Schmerz verselbstständigt sich nämlich, irgendwann leidet der Patient Schmerzen, obwohl seine Krankheit längst abgeheilt ist.

Durch komplizierte neurophysiologische Prozesse sendet die Nervenzelle, die Schmerz ans Gehirn meldet, ihre Signale ohne Grund weiter. Nervenzellen, die die Übertragung von Schmerz dämpfen, sind durch den Dauerschmerz ausgeschaltet. In diesem Stadium ist die Therapie schwierig.

Erfahrene Schmerztherapeuten kombinieren deshalb drei therapeutische Ansätze, um die Qualen zu beenden oder wenigstens zu lindern:

mit Hilfe von Medikamenten mit psychologischer Unterstützung und

mit der Beeinflussung des Schmerzgedächtnisses, z.B. durch Elektrotherapie. Apotheken Umschau

 
 




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