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Tschüss Schnuller - Alle Welt zerrt am Schnuller
Ein zufrieden nuckelndes Baby ist ruhiger, entspannter und schläft leichter ein. Ob es sein angeborenes Saugbedürfnis an der Brust, mit Daumen oder Schnuller befriedigt, spielt für weiter blickende Eltern allerdings eine große Rolle. Mit einfallsreichen Tipps zum Abgewöhnen!

Schon im Mutterleib zeigen Babys das Bedürfnis zu saugen: Der Daumen ist also nach der Geburt für die meisten ein verlässlicher alter Bekannter, mit dessen Hilfe sie sich entspannen und beruhigen können. Eltern sind in der Regel weniger begeistert von der körpereigenen Lutschhilfe – befürchten sie doch mit Recht spätere Kiefer- und Zahnfehlstellungen.

Hormone sorgen für Ruhe
Dass Babys für ihr Leben gern nuckeln, wussten und berücksichtigten schon vor viereinhalbtausend Jahren die alten Ägypter: Mit Honig gefüllte Tonfigürchen, die den Kindern um den Hals gehängt wurden, beschwichtigten damals die neuen Erdenbürger. In anderen Kulturen verwendeten die Eltern Kork, Textil oder Gummi. Niemand wollte auf einen Nuckel-Trost verzichten und dafür haben Wissenschaftler inzwischen eine Erklärung gefunden: Wenn das Baby saugt, bildet sein Körper vermehrt Hormone, die einerseits die Verdauung regeln und andererseits beruhigend und schlaffördernd wirken. Deshalb, darüber ist man sich mittlerweile einig, sollte ein Säugling in den ersten Lebensmonaten saugen dürfen, wann immer er möchte.

Freund Daumen: Früh gefreut – spät gereut!
Der eigene Daumen steht zwar immer zur Verfügung, hat aber erhebliche Nachteile: er ist "unnachgiebig" und nicht "kiefergerecht" geformt. Häufiges Lutschen am Daumen hat oft schwer korrigierbare Fehlstellungen im Zahn- und Kieferbereich zur Folge. Auch vor möglichen Sprachstörungen warnen die Experten: Daumenlutscher lispeln später häufig. Ursache: Die eigene Zunge ist den betroffenen Kindern buchstäblich im Wege. Ständige Atmung durch den Mund – wie sie bei daumenlutschenden und passionierten Schnullerkindern üblicherweise vorkommt – verhindert die während der ungestörten Entwicklung stattfindenden "Wanderung" der Zunge in Richtung Gaumen. S- und Z -Laute bereiten lispelnden Kindern Schwierigkeiten. Hört das Kind jedoch zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr damit auf, an Daumen oder Schnuller zu nuckeln, gleicht das Wachstum des kindlichen Kiefers eventuelle Schäden noch aus.
Alle Welt zerrt am Schnuller
Fällt der Daumen also als Trostspender weg, hält als Ersatz der gute alte Schnuller her. In Zeiten, in denen viele Eltern ihrer "Schreibabys" wegen selbst dem Nervenzusammenbruch oft nahe sind, wissen die meisten gemütlich nuckelnde "befriedigte" Babys zu schätzen und greifen gern zum rettenden Schnuller. Manchmal ist es jedoch später dann gar nicht mehr so leicht, den einstigen Verbündeten aus Latex oder Silikon wieder loszuwerden. Auch wenn der Schaden, den ein "kiefergerechter" Schnuller nach dem dritten Lebensjahr anrichten kann, im Vergleich zum Daumenlutschen eher gering ist, gilt auch hier "Steter Tropfen höhlt den Stein". Allzu großen Schnullerfans droht der "lutschoffene Biss" – der Kontakt zwischen Ober- und Unterkiefer geht verloren.

Einfallsreiche Tipps zur Schnullerentwöhnung:

Zwischen dem 2. und dem 3. Lebensjahr sind Freund Schnullers Tage gezählt. Denn je älter Ihr Kind wird, desto schwieriger lässt es sich die lieb gewonnene Angewohnheit Schnullernuckeln (oder schlimmer: Daumenlutschen) wieder abgewöhnen.
Unliebsame Folge: Auf Dauer und mit fortschreitendem Alter drohen Zahn- und Kieferfehlstellungen.

Also, beizeiten muss der Schnuller weg! Aber wie? Grundsätzlich gilt für die Eltern: Sie brauchen Geduld. Es ist normal, dass der Abschied nicht auf Anhieb klappt. Eine Trennung von lieben Gewohnheiten braucht eben ihre Zeit.

Teddy & Trost: Konkurrenz für den Schnuller

Wer einen besonders langen Atem hat, kann der Nuckellust seines Kindes längerfristig das Wasser abgraben. Gewöhnen Sie sich an, bei Quengeln oder Müdigkeit den Schnuller erst einmal aus dem Spiel zu lassen. Eine Runde kuscheln oder der heißgeliebte Teddy im Arm, eine kleine Geschichte oder eine neue Schmusedecke – die Liste der Möglichkeiten, den Schnuller als Tröster auszustechen, ist ganz schön lang.

"Der geht ja kaputt..." – manche Kinder werfen ihn dann freiwillig weg
Zwischen dem 1. und dem 2. Lebensjahr lässt sich der Schnuller häufig durch gezielte Attentate beseitigen. Das hilft natürlich nur, wenn dem Kind nicht ein ganzes Schnuller-Arsenal zur Verfügung steht, aus dem wieder "heile Schnuller nachwachsen". Stechen Sie beispielsweise ein Loch in den Sauger – beim Nuckeln entweicht die Luft und das Nuckeln macht keinen Spaß mehr. Sie können den Schnuller auch jeden 2. oder 3. Tag ein wenig kürzer schneiden. Nützt der Schnuller im Mund nichts mehr, kann ihn das Kind noch eine Weile bei sich behalten, bis er uninteressant wird und es ihn eventuell sogar selbst in den Müll schmeißt.
Du bist doch viel zu groß für einen Schnuller!"
Alter Trick, der vor allem bei Zweijährigen und Kindern mit älteren Geschwistern zieht. Am Stichtag Geburtstag fühlen sich viele Kleine bei der Ehre gepackt und geben ihren Schnuller gerne her. Nachts im Bettchen bereuen die meisten dann ihren voreiligen Deal.
Stellen Sie sich listig auf ein paar Verhandlungsrunden ein: Die Geburtstagsfee oder der Weihnachtsmann, die den Schnuller eingesackt haben, können ja angerufen werden und rücken den Schnuller dann noch einmal für eine Nacht heraus. Wichtig dabei: Lassen Sie das Thema "Schnuller oder nicht Schnuller" nicht dominant werden. Bieten Sie für die Gefühle des Kindes (z.B. Angst in der Nacht), die hinter der Trostsuche stecken, Alternativen an. Das kann ein Lied sein oder die Tür bleibt einen Spalt offen stehen o.ä.

Die Schnullerfee: Tauscht Nuckel gegen Lieblingsgeschenk

Jedes Kind trägt einen dringenden Wunsch mit sich herum, der sich im Tausch gegen den Schnuller über Nacht erfüllen lässt. Verpackt in ein spannendes Ritual (Wunschzettel formulieren lassen, samt Nuckel abends vor die Tür legen) lässt sich das Angenehme (Geschenk!) mit dem Nützlichen (Tschüss Schnuller) gut verbinden. Verlangt das Kind dann wieder nach dem Schnuller, können Sie ihm vorschlagen, sein Geschenk abermals bei der Schnullerfee gegen den Schnuller wieder einzutauschen. Die wenigsten Kinder erklären sich dazu bereit. Das hieße ja, die schöne neue Puppe, den Roller o.ä. wieder herzugeben, gegen das Eingeständnis, noch einen Schnuller zu brauchen...

Eine abgewandelte Form der Schnullerentwöhnung ist ein kleines Geschenk für jede schnullerfreie Nacht.
Vorteil dabei: Jede schnullerfreie Nacht ist ein Schritt vorwärts in Richtung Schnullerentwöhnung.
Nachteil dabei: Viele Kinder durchschauen den Deal und nutzen ihn für sich: Jede Nacht muss dann ein Ersatz für den Schnuller her...

Tierkinder brauchen auch einen Schnuller
Viele Kinder lassen sich bei ihrem sozialen Gewissen packen: Sie sind jederzeit bereit zu helfen und die Hergabe ihres Schnullers für ganz kleine Vogel-, Hasen- oder Pferdekinder, die sie angeblich dringend benötigen, lässt sie heroisch über sich hinauswachsen. Ordentliches Loben für so viel Einsatz und der von den Eltern "übermittelte" heiße Dank der Tiermutter helfen durchzuhalten.

Manchmal siegt schon die Vernunft
Es stimmt schon: Ältere Kinder lassen sich viel weniger gut austricksen, wenn es um Schnuller- oder Daumenentwöhnung geht. Dafür reagieren viele aber schon erstaunlich vernünftig, wenn man ihnen die negativen Folgen des Nuckelns erklärt. Viele Kinder verstehen und akzeptieren den Schnuller-Verlust eher, wenn sie merken, dass die Eltern einen triftigen Grund haben, den Schnuller abzuschaffen. Besonders günstig ist es hierbei, wenn die Schnullerentwöhnung in die "Warum"-Phase fällt.

Althergebrachte Maßnahmen wie Bestreichen von Daumen oder Schnuller mit unangenehm schmeckenden Substanzen oder Einbinden der Hände sollten Sie lieber bleiben lassen. Auf diese Weise würden Sie sich ja bestimmt auch nicht das Kaffeetrinken abgewöhnen wollen, oder?

 
 




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