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Schwanger

Zur Freude über manche Schwangerschaft gesellt sich oft ein skeptischer Blick auf Schnuffi oder den Stubentiger. Sind Tiere im Haus jetzt noch ebenso empfehlenswert wie vor den anderen Umständen? BabyundEltern.de hakte bei der bekannten WDR-Moderatorin Dr. Claudia Ludwig einmal nach

Frau Dr. Ludwig moderiert beim Westdeutschen Rundfunk die Sendung "Tiere suchen ein Zuhause". In ihrem eigenen Zuhause tummeln sich neben Mann und zwei Kindern bereits zwei Hunde und drei Katzen. Ein Ende der bewährten Kind/ Tier-Strategie ist nicht in Sicht: Claudia Ludwig erwartet zum Nikolaustag (!) ihr drittes Kind. Kann sie die Sorgen vieler schwangerer Frauen verstehen, die mit dem Gedanken spielen, ihr Tier abzugeben?

Frau Dr. Ludwig, ist es nicht ratsam, ein Haustier in der Schwangerschaft abzugeben?
Meiner Ansicht nach gibt es nur zwei triftige Gründe, bei denen es besser ist, ein Haustier wegzugeben: Wenn ein Familienmitglied eine Allergie gegen Tiere hat oder wenn das Tier wirklich gefährlich, also ein Hund beispielsweise richtig bissig ist. Von diesen beiden Ausnahmen abgesehen ist ein Tier grundsätzlich etwas, was die Familie bereichert. Darüber hinaus hat ja auch jeder, der sich ein Tier einmal angeschafft hat, diesem Tier gegenüber eine Verantwortung, genau wie anderen Familienmitgliedern gegenüber. Das gesundheitliche Risiko für eine Schwangere ist bei einem gepflegten Tier nicht größer als beim Kontakt mit anderen Menschen. Wenn also wie gesagt keine katastrophalen Umstände vorliegen, sollte man während und nach der Schwangerschaft sein Tier behalten.

Geht nicht bereits eine gewisse Gefahr davon aus, dass das Tier "ältere Rechte" für sich beanspruchen könnte und eifersüchtig auf ein Baby reagiert?

Nun, eine solche Situation kann ja auch sonst in Familien vorkommen. Ältere Geschwister sind oft sehr eifersüchtig auf Neugeborene. Da kommt ja hoffentlich auch niemand auf die Idee, das ältere Kind abzuschaffen. Ein großer Fehler vieler Leute besteht darin, dass sie ihr Tier tatsächlich vernachlässigen, wenn sie ein Kind erwarten oder wenn es dann da ist. Wenn sie aber ein paar Verhaltensregeln beachten und sich nach wie vor ausreichend um ihr Tier kümmern, dann nimmt es den Nachwuchs auch gerne an.

Pfiffig ist es zudem, einem Hund beispielsweise Babywindeln zum Schnuppern zu geben und ihn das Baby begrüßen zu lassen. Vom Kind wegjagen und immer wieder verscheuchen sollte man ein Tier auf keinen Fall. Wenn sich das Tier einbezogen fühlt, reagiert es mit ziemlicher Sicherheit wohlwollend auf den Familienzuwachs. Das kann die Eltern sogar entlasten: Wenn ich meine kleine Tochter gewickelt habe, dann lag immer ihre Lieblingskatze dabei. Das war sehr praktisch, weil dadurch auch das Kind immer ruhig hielt, da es immer etwas zu gucken oder – etwas später – sogar zu streicheln hatte.

Wie weit sollte man bei dieser Nähe zu Tieren gehen?

Ist ein Kontakt zum Gesicht des Kindes zulässig?

Unabhängig von Haustieren bin ich persönlich auch nicht empfindlich, wenn meine Kinder beim Spielen schmutzig werden. Aber die Leute sind ja in Bezug auf ihre Vorstellungen von Hygiene sehr unterschiedlich tolerant und ebenso gehen auch die Meinungen hierüber auseinander. Ich habe das immer relativ großzügig gehandhabt, und das Kind einfach kurz gewaschen, wenn es einmal übers Gesicht geleckt bekam. Wichtig finde ich es, wenn es einmal zu einem besonders engen Kontakt jenseits der Toleranzgrenze gekommen ist: Nicht hysterisch werden und dadurch vielleicht Hund oder Katze und Kind erschrecken, sondern einfach das Kind schnell säubern. Es ist kaum zu verhindern, dass das Tier dem Kind einmal im Gesicht herumschnuppert oder dass die beiden sich ein Eis teilen, wenn man eine Minute wegschaut. Ich muss allerdings dazu sagen, dass meine beiden Töchter nie irgendeinen Ausschlag oder eine Krankheit bekommen haben, die auf den Tierkontakt zurückzuführen waren. Die Bakterien der Tiere sind ja für das kindliche Immunsystem "alte Bekannte", die zum Haushalt gehören. Ein Problem stellt sich eigentlich eher in fremden Umgebungen, wo das Baby mit unbekannten Bazillen konfrontiert wird. So als Tipp würde ich auch Müttern immer empfehlen, möglichst lange zu stillen, weil die Kinder dann überhaupt unempfindlicher sind.

 
 




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