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Teddybär-Krankenhaus

Wie verlieren Kinder die Angst vor dem Arztbesuch?

Durch vertauschte Rollen: Patient ist das Lieblingsstofftier und die Kinder werden zu besorgten Eltern. Das Heidelberger Kinderkrankenhaus läd einmal jährlich zur Behandlung ein

Die Patienten sind meist klein und flauschig und ihre Eltern äußerst besorgt. Denn schließlich handelt es sich um die Lieblingsstofftiere und Puppen, die zur Untersuchung und Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Das Krankenhaus ist so ungewöhnlich wie seine Patienten, denn es besteht aus einem Zelt, aufgeschlagen auf dem Heidelberger Universitätsplatz.

Bereits zum dritten Mal hat am 11. und 12. Juni 2002 das Teddybär-Krankenhaus die Heidelberger Kindergartenkinder eingeladen. Dem Aufruf folgten in diesem Jahr 370 Kinder. "Wenn sie die erste Scheu verloren haben, sind die Kinder sehr neugierig," berichtet die Organisatorin Katharina Kleinschmidt.

"Behandlungen sind erfolgreich, wenn das Kind mitarbeitet."

Am besten kann man Kindern die Angst vor dem Arzt nehmen, wenn aus ängstlichen Kindern für eine Weile besorgte Eltern werden dürfen. "Untersuchungen und Behandlungen sind erfolgreich, wenn das Kind Vertrauen hat und mitarbeitet," weiß Prof. Jochen Tröger, Kinderradiologe an der Heidelberger Universitätskinderklinik, der die Schirmherrschaft für das 3. Heidelberger Teddybär-Krankenhaus übernommen hat. Im Teddybär-Krankenhaus sieht er eine ideale Möglichkeit, spielerisch Ängste abzubauen und die Neugier der Kinder zu wecken.

Medizinstudenten lernen,einfühlsam mit Kindern umzugehen

Die Idee des Teddybär-Krankenhauses kommt aus Skandinavien und fand seinen Weg über die Europäische Medizinstudenten Vereinigung und den Deutschen Famulantenaustausch nach Heidelberg, wo vor einigen Jahren das erste deutsche Teddybär-Krankenhaus seine Tore öffnete. Mittlerweile haben 12 Universitäten die Idee aufgegriffen und umgesetzt. Auch für die angehenden Heidelberger Ärzte ist ihr Einsatz als Teddy-Arzt ein Gewinn: Etwa 20 Medizinstudenten, meist in klinischen Semestern, werden in einem Abend-Schnellkurs ausgebildet und lernen dadurch eine wichtige ärztliche Fähigkeit: einfühlsam mit Kindern umzugehen.

Was fehlt dem Teddy denn?

Die Kindergärten treffen ebenfalls Vorbereitungen: Mit den Kindern wird besprochen, an welchen Krankheiten ihre Lieblinge leiden. Die Krankengeschichte tragen sie dann dem Doktor vor, der ihnen zusätzliche Fragen stellt. Dann folgen Untersuchungen: Herz und Lunge werden abgehört, der Bauch abgetastet, Augenspiegel und Ohrentrichter eingesetzt. Manchmal ist es nötig, einen Verband anzulegen. Die Wartezeit der Kinder wird mit Mal- und Spielsachen verkürzt. Und wer sich für einen richtigen Krankenwagen interessiert, kann ihn auf dem Universitätsplatz besichtigen. Wer will, kann sich auf der Trage transportieren lassen, Infusionsflaschen müssen gehalten werden und sogar Elektroden werden aufgeklebt, als ob ein EKG abgenommen würde.

Spaß an der Aktion hatten alle Teilnehmer. Und schaden konnte es auch nicht, dass auf diese Weise der Arztberuf an Attraktivität gewinnt und sich bereits Kinder dafür interessieren. So wie der kleine Junge, der begeistert aus dem Zelt lief und rief: "Ich will später auch Arzt werden!"

Auch zu Hause werden Teddys krank

Na, Feuer gefangen? Eine kleine Praxis lässt sich im Nu auch zu Hause aufbauen. Mit einem Arztköfferchen ausgerüstet, kann abwechselnd ein Kind den Doktor spielen und ein anderes erkrankte Stofftiere und Puppen zu ihm bringen. Den meisten Eltern steht ein weißer Kittel auch nicht schlecht und der nächste richtige Arztbesuch wird bestimmt entspannter.

 
 




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